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Urban Exploring: Die Ruine Flugplatz Rangsdorf

November 10, 2016
Flughafen Ruine

Es gibt verlassene Orte, an denen man sich wünscht, man könnte eine Brille aufsetzen, die einem vor den Gläsern die Zeit zurückdreht. Um diesen Ort noch einmal in seiner früheren Strahlkraft zu sehen.

Auf dem ehemaligen Flugplatz Rangsdorf würde man durch diese Brille vielleicht Beate Uhse sehen, die als eine der ersten Powerfrauen hier ihren Flugschein machte.

Man würde eventuell Stauffenberg sehen, der hier am 20. Juli 1944 mit seinem Flugzeug abhob, um das weltbekannte Attentat auf Hitler zu verüben.

Man würde russische Soldaten sehen, die hier arbeiten und Flugzeuge reparieren, die Zigaretten rauchen, Gurken aus Gläsern essen und mit altmodischen Telefonen kommunizieren. Und Briefe schreiben.

Doch diese Brille gibt es nicht, und so ist die Ruine Flugplatz Rangsdorf einfach nur ein weiteres beeindruckendes, um Entdeckung flehendes Überbleibsel der Berliner Geschichte im Speckgürtel der Hauptstadt.

Urban Exploring

Was gibt es zu entdecken in der Ruine Flugplatz Rangsdorf?

Zugeschüttete Hangars wechseln sich mit einem alten Saunahaus und verschiedenen weiteren Gebäuden ab. Unter unseren Füßen immer wieder in der Herbstsonne gelb schimmerndes Gras. Über uns die irrsten Formationen von Gänsen, die bereits das Weite suchen.

Die Ruine Flugplatz Rangsdorf teil sich auf zwei Areale auf: Zuerst ein weitläufiges Gelände, das an die ehemaligen Flugbahnen grenzt.

Dahinter, nur einen kleinen Schritt durch einen weiteren Zaun, befindet sich das Hauptgebäude mit den ehemaligen Hangars. Vielleicht waren hier auch Büros zu finden?

Zahlreiche Gegenstände, die von der Vergangenheit der Ruine Flugplatz Rangsdorf zeugen, liegen als stumme Zeitzeugen im Gras versteckt.

Ich finde einen handgeschriebenen Zettel, den ich leider nicht lesen kann, da er auf Kyrillisch geschrieben ist (wenn du Kyrillisch kannst, poste gerne die Übersetzung in die Kommentare!).

Rangsdorf Flugplatz

Urban Exploring Berlin

Gruß aus der Vergangenheit

ABC Stiefel, die aussehen, als hätte ein Arbeiter sie gerade erst ausgezogen, um in die Mittagspause zu gehen. Sie stehen fein säuberlich aufgereiht in einer ehemaligen Werkstatt. Der Besitzer kam nicht zurück.

Alte Schreibtische und Lehrtafeln wurden leider aus den Räumen herausgetragen, liegen dafür aber gut sichtbar im Hellen vor dem großen Gebäude.

 

Ruine Berlin

Wir lesen Namen von Menschen, die wahrscheinlich nur in unserer Vorstellung noch existieren.

Oft bereiten mir der Boden oder das Dach Sorgen, doch schon entreißt mich das nächste spannende Objekt meiner Grübelei.

Die Ruine Flugplatz Rangsdorf ist ideal geeignet, um deinen Gedanken an vergangene Zeiten nachzuhängen – schau dir nur dieses fast melancholischen Artikel an, dann weißt du was ich meine!

 

Hier noch ein paar praktische Tipps zu Sicherheit, Anreise und co.

Hinkommen & Reinkommen

Die Ruine Flugplatz Rangsdorf lässt sich denkbar einfach erreichen: Nimm den RE 1152 nach Wünsdorf-Waldstadt und steige in Rangsdorf aus. Von hier aus läufst du rechts in die Seebadallee, dann links in die Puschkinallee und folgst dieser fast bis zum Ende.

Links in die Bansiner Allee, dann rechts in die Krumminer Straße – an deren Ende siehst du bereits das Gelände. Du findest hier viele günstige Einstiege. Keine Probleme.

Praktisch zu wissen

Am Bahnhof von Rangsdorf gibt es einen Supermarkt mit Bäcker. Wenn du also nicht gerade an einem Sonntag herkommst, kannst du dich vor Ort easy mit Proviant eindecken. Nach der Erkundungstour ist am Bahnhof auch ein Restaurant, in dem du dich mit einem Kakao wieder aufwärmen kannst (ja, sie haben auch Bier).

Auf jeden Fall mitnehmen

Ich würde nie ohne Kamera zu so einer Tour losziehen, aber das ist natürlich dir überlassen. Ein russisches Wörterbuch und eine Kyrillische Buchstabentabelle könnten nützlich sein, um ein paar der Funde zu übersetzen.

Feste Schuhe und eine Taschenlampe sowie ein aufgeladenes Handy sind nie eine schlechte Idee. Im Sommer kann man sich richtig schön auf der Wiese lang machen und dort den ganzen Tag verbringen – jetzt im November wars dafür leider zu kalt.

Aufpassen

Mit den Nachbarn hatten wir keinerlei Probleme. Natürlich gelten die üblichen Regeln des Respekts: Mach nichts kaputt, nimm nichts mit, schmeiß deinen Müll nicht in die Gegend. Wenn du dich ruhig verhältst und nicht herumschreist, sollte nichts passieren.

Vorsicht ist allerdings aufgrund des schlechten Zustands des Gebäudes geboten: Die Dächer sind morsch, viele Holztreppen eingestürzt. Der Boden trägt manchmal nicht. Man kracht dann zwar nur 20cm tiefer, aber weh tut es trotzdem. Außerdem entdeckten wir drei ungekennzeichnete, tiefe Schächte mitten im Nirgendwo.

Die Ruine Flugplatz Rangsdorf ist also tatsächlich ein Gebäude, das man mit offenen Augen und klarem Kopf betreten sollte. Sicherlich eines der verfallensten Gemäuer in denen ich in letzter Zeit war, auch wenn sie erst seit 1990 komplett leer steht.

 

ACHTUNG: Ich möchte mit diesem Artikel niemanden dazu ermutigen, Hausfriedensbruch zu begehen. Das Gelände zu betreten ist VERBOTEN und GEFÄHRLICH. Alle diese Erfahrungen müssen nicht meine eigenen sein. Erzählerische Freiheit. So.

 

Hast du Fragen zur Ruine Flugplatz Rangsdorf? Warst du schon mal da? Hinterlass mir einen Kommentar, ich bin gespannt von dir zu hören!

 

Ich bedanke mich – mal wieder – bei Abandoned Berlin für den tollen Tipp!

 

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2 Comments

  • Reply MH April 22, 2018 at 5:06 pm

    Cooler Post! Immer schön, neben unsrem Abandoned-Guru noch ne 2. Meinung einzuholen 😉 War heute dort und trotz weniger Spuren der Sowjets immer noch absolut sehenswert. Cheers M. #spannend 😉

    • Reply Samira April 23, 2018 at 10:15 am

      Schön dass es dir gefallen hat und danke für dein Feedback! Keep exploring 🙂

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