Ausflüge, Genießen

Ein Hausfloß mieten – Wildcampen und Natur

September 8, 2015
Ja, ich komme aus der Großstadt – dennoch gibt es fast nichts, was mich so frei im Kopf macht und wo ich so loslassen kann wie die Natur.
Gerade wenn die Zeit knapp ist, das Budget klein aber die Unternehmungslust groß, setze ich mich in einen Regio und fahre nach Brandenburg. Ja, manchmal liegt das Gute wirklich so nah.
In diesem Artikel erzähle ich dir vom letzten Floßtrip mit meinen Freunden und warum ein Hausfloß mieten einfach großartig ist.

Februar 2015, Berlin versank und noch im Schnee – und ich dachte dieses Jahr dennoch das erste Mal rechtzeitig daran, bei meinem Lieblingsfloßverleih, dem Floßverleih Treibgut, ein traumhaftes, natürliches Hausfloß zu mieten.

Ich liebe genau diese Flöße, da sie so schön improvisiert wirken – keine Ecken und Kanten, alles ist aus natürlichen Hölzern gebaut (schau dir am besten mal die Fotos an!), kein Unnötiger Kram fliegt auf dem Floß herum. Es gibt einen Gasherd, Töpfe, Besteck & co, Wasserwanderkarten sowie die Schlafmöglichkeit für bis zu 5 Personen. Wir allerdings wollten wie im Vorjahr lieber irgendwo in der wunderschönen Natur um Fürstenberg unsere Zelte aufschlagen. Außerdem darf man ganz offiziell aufs Dach der Flöße, ein großer Pluspunkt!!

Mit meinem Freund und meinen liebsten Freunden (eine davon mit einer Tochter, die 4 Jahre alt ist) einigten uns auf ein Wochenende Anfang Juni.

Ca. 2 Wochen bevor es los ging legte ich eine Mitbringliste bei bringabottle.de an – so eine tolle und einfache Website! Jeder kann sich hier in eine Liste eintragen, Dinge, die mitgebracht werden sollten hinzufügen und am Ende kann man sich per PDF ausdrucken für was genau er sich nun eingetragen hat.

Der 1. Tag

Wir trafen uns früh am Morgen am Hauptbahnhof, wo wir gemeinsam bei Kaisers das Fehlende einkauften – es machte einfach mehr Sinn, alles zusammen zu besorgen und dann die Kosten zu teilen. Dann ging es ab in den Regio, und nach einer Stunde Bahnfahrt und einem Fußmarsch von 10 Minuten standen wir auch schon auf dem Campingplatz in Fürstenberg, von wo unsere Tour starten sollte.

Einige von uns waren bereits zum zweiten mal beim Hausfloß mieten dabei, und so ging die Einweisung fix von statten und wir hatten uns bald eingerichtet als es hieß: Anker lichten und los! Der Viermieter wünschte uns noch alles gute, denn eine Sache drückte die Stimmung leicht: Es war ein heißer Tag, und für den Nachmittag waren schwere Gewitter angekündigt. Aber deshalb gar nicht erst losfahren? Niemals!

Das Wasserwandergebiet um Fürstenberg ist eines der schönsten, das ich je gesehen habe. Weite Ausblicke über ruhige, wenig befahrene Seen, hübsche Kanäle, nur ein paar Schleusen und sehr, sehr viel Ruhe… es war wirklich traumhaft.

Wir spielten Karten, genossen das Wetter und versuchten das Radler in einem Wassereimer so gut wie möglich zu kühlen. Nach einer Stunde Fahrt begann es etwas zu nieseln, aber wir setzten unseren Weg fort, bis nach ca. 3 Stunden wirklich ein großes Gewitter aufzog. Schnell legten wir am nächsten Ufer an, denn es war uns in dem Moment wirklich egal, wo wir übernachten sollten – erst mal runter vom See!

Unsere Anlegestelle stellte sich als ein Heim für Behinderte heraus, mit denen wir, sicher unter einem großen Überdach, mit Kerzen und Karten ausgerüstet, eine gute Stunde warteten, bis das Gröbste vorbei war – und schon stachen wir wieder auf unserem Hausfloß in See.

Es war nun schon bereits 19 Uhr und höchste Zeit, einen Platz für unser Nachtlager zu wählen. Wir mussten aber nicht lange suchen und fanden an einem sehr ruhigen Flussabschnitt einen Platz, an dem augenscheinlich öfter Leute nächtigten: Der Boden war eben, links und rechts waren wir durch Bäume geschützt und es gab sogar eine Lagerfeuerstelle, die wir Aufgrund des starken Regens zuvor sogar ohne Bedenken nutzen konnten.

Da es aber doch ab und an noch regnete, improvisierten wir aus einer Plane, Stöcken und Strippen ein Überdach, das erstaunlich gut hielt. Wir machten ein Feuer, befestigten unser Rost und hatten, wie das immer so ist, schnell viel zu viel Gegrilltes intus. Nach einigen Stunden am Feuer zog es uns alle in die Zelte.

Der 2. Tag

Am nächsten Morgen war der Himmel mit Wolken verhangen doch wir hatten gut geschlafen und waren guter Dinge.
Meine Freunde hatten sich bereits um den Abwasch des Vorabends gekümmert (ich schlafe einfach zu gerne aus), und so schnippelten wir gemeinsam das Frühstück, kochten Unmengen an Kaffee auf dem Herd im Floß und Frühstückten bevor wir die Zelte abbauten und uns wieder auf den Weg machten.

Selbstverständlich haben wir den Ort blitzblank hinterlassen, am Ende war nicht mehr zu sehen, dass wir hier überhaupt genächtigt hatten. Das ist mir persönlich besonders wichtig, denn nur so kann Wildcampen funktionieren!!

Wir fuhren einige Stunden wieder in die Richtung zurück, aus der wir gekommen waren, da wir gegen 18.00 das Floß wieder abgeben mussten, hatten aber von einer Fischhütte mit Räucherfisch auf einem abzweigenden See gehört – keine Frage also, dass wir den Umweg in Kauf nahmen.

Die Sonne kam sogar etwas heraus, als wir unseren frisch erworbenen Räucherfisch aus der Fischgaststätte „Zum Stolpseefischer“ trugen – der Fisch war köstlich, preiswert und von super Qualität. Wir machten Leinen los, ankerten in der Mitte des Sees und genossen ein ganz schön besonderes Picknick mitten auf dem Wasser.

Der Rest der Rückfahrt verging wie im Flug, und schon ankerten wir wieder am Campingplatz Am Röblinsee, von wo aus unsere Tour am Vortag gestartet hatte.

Ich kann einen solchen Floßtrip wirklich jedem empfehlen, der Lust auf Abenteuer, Natur und eine gute Zeit hat. Ein Hausfloß mieten macht einfach Spaß und ist ein einmaliges Erlebnis, das du nicht so schnell wieder vergessen wirst!

Hast du auch schon mal einen solchen Floßtrip gemacht oder kennst andere tolle Wasserwanderwege? Hast du Erfahrungen mit dem Hausfloß mieten? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

Alles liebe, Samira

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