Feiern & Gastgeben

Warum deine Gäste Qualität verdienen

November 17, 2016
Gäste Essen Idee

Warum deine Gäste Qualität verdienen

Neulich war ich mit einer Freundin bei einer Weinprobe in Berlin Mitte. Ich hatte diesen Abend von ihr zum Geburtstag geschenkt bekommen und freute mich schon die ganze Woche auf die Erfahrung, die Zeit mit ihr – und natürlich auf die Weine.

Wir saßen an Tischen aus alten Weinfässern in einem gemütlichen, hip eingerichteten Souterrain und verkosteten edle Tropfen. Der Gastgeber war lustig, nett, ging auf Fragen ein.

Es war wirklich ein gelungener Abend, wäre da nicht diese eine kleine Sache gewesen. Achtung, jetzt wird’s pingelig.

Zu dem Wein wurden Käse und Brot gereicht, hübsch angerichtet auf kleinen Brettern. Als bekennende Käsesüchtige schmauste ich mich durch die verschiedenen Sorten und freute mich wie ein Kleinkind darüber, dass es auch was zu essen gab.

Zwischendrin ging ich in die Küche, um die Wasserkaraffe aufzufüllen, wie es die anderen Gäste taten. Ein Blick auf den Mülleimer unter der Spüle brachte dann leider zutage, was mir schon vorher durch den Kopf gegangen war: Die Herkunft der Lebensmittel.

Der billigste, in Massenproduktion hergestellte Parmesan vom Discounter. Vorgeschnittenes Brot aus der Plastiktüte. Plastik, Plastik, Plastik.

Der Wein war zwar hervorragend, und doch fühlte ich mich, auf gut deutsch, verarscht.

Wie kann man im Gastraum auf High Class und Qualität setzen – und dann den Gästen, weil sie es ja nicht merken, solche Lebensmittel anbieten? Irgendwie passte das einfach nicht zusammen in meinem Verständnis vom Gäste haben.

Ich will hier den sehr schönen Abend nicht schlecht reden, doch er schien mir ein gutes Beispiel für den Inhalt dieses Blogposts: Ich finde, dass Gäste Qualität verdienen.

Ich finde, dass Lebensmittel, in denen Liebe steckt, am besten dafür geeignet sind, Liebe an deine Gäste weiterzugeben.

 

Warum deine Gäste Qualität schätzen werden

Werden deine Gäste schmecken, dass es sich um hochwertige Produkte handelt? Nun – manche ja, manche nicht. Aber DU wirst es wissen, und wenn du so leidenschaftlich gerne Gäste hast wie ich, dann ist das allein schon Gold wert.

Ein Käse, der von einem Demeter Hof stammt, auf dem die Kühe die Sonne sehen dürfen. Kühe, die wissen, wie frisches Gras schmeckt.

Ein Wein, der dir von einem Weinhändler empfohlen wurde, weil er sich angehört hat, was du vorhast. Der seine Weine kennt und ihnen einen Großteil seines Lebens widmet.

Ein Brot, das du fix selbst gebacken hast, oder das aus einer kleinen, lokalen Bäckerei stammt, in der sich mehr als eine Tiefkühltruhe und ein Backofen befinden.

Viele meiner Freunde versuchen, sich bewusst zu ernähren – und das meist trotz eines recht bescheidenen Berliner Gehalts. Mir geht es genauso: Ich achte darauf, wo meine Lebensmittel herkommen, auch wenn ich mir einen Discounter viel eher leisten könnte.

Denn ja, auch ich zucke ich regelmäßig zusammen, wenn ich eine Packung Demeter-Eier in einen Kuchen haue, den ich für meine Gäste backe. Zack, vier Euro weg, höre ich dann mein Unterbewusstsein raunen.

Dennoch tue ich es. Dennoch finde ich, dass die Qualität, die man sich selbst gönnt, auch seinen Gästen zuteil werden sollte.

Aber kostet das nicht einen Haufen Geld?

Wie sagt man so schön? Qualität hat nun mal ihren Preis.

Um das Essen für Gäste nicht zu teuer werden zu lassen, setze ich auf das alt bewährte „weniger ist mehr“ Prinzip. Dann gibt es halt nur eine Obstsorte. Nur zwei Käsestücken. Nur eine Sorte Brot.

Ich versuche, die Lebensmittel für sich selbst sprechen zu lassen. Das hat auch noch einen weiteren großen Vorteil: Weniger Zeitaufwand!

Denn Produkte, die hochwertig sind, sind von sich aus herrlich. Sie müssen nicht erst verarbeitet werden, um sie mit Gewürzen und anderen Zutaten so zu pimpen, dass sie etwas Geschmack entwickeln.

Eine richtig gute Tomate, dazu gutes Brot, Salz und Olivenöl ist das perfekte Beispiel für ein einfaches Essen für Gäste. Wenn jede Zutat von hervorragender Qualität ist, dann braucht es oft nicht mehr.

Eine weitere Idee, um das ganze etwas ökonomischer zu gestalten und dich nicht zu ruinieren, ist es, das Hauptaugenmerk auf eine bestimmte Kategorie zu setzen.

Ein einfacher Eisbergsalat kann schon auch mal vom Discounter kommen, und auch Äpfel stammen meist sowieso aus der Region. Statt frischen Beeren kann man im Winter easy Tiefkühlobst verwenden, wenn man vorhat es zu verarbeiten.

Es genügt schon, wenn einige Produkte, die im Fokus stehen, durch ihre Qualität herausstechen.

Du wirst sehen, wie schön es ist, deinen Gästen ein Essen zu servieren, von dem du weist, das es nicht auf dem Rücken von leidenden Tieren oder Menschen produziert worden ist.

Dass die Liebe, die du in dieses Essen gesteckt hast, schon begann, bevor die Zutaten in deinem Topf und auf deinem Tisch landeten.

Gib deinen Gästen das, was du dir selbst für dich wünschen würdest. Vergiss nicht, dass es bei festlichen Anlässen nicht darum geht, den Hunger zu besiegen – sondern um Genuss.

Und der beginnt nun mal im Stall, auf dem Feld – und bei deiner Entscheidung, für deine Gäste Qualität anzubieten.

Idee Essen Gäste

Findest du auch, dass Gäste Qualität statt Quantität zu schätzen wissen? Was ist dein Trick, um deine Gäste gut zu bewirten und trotzdem kein Vermögen auszugeben? Ich bin gespannt in einem Kommentar von dir zu lesen!

Alles Liebe,

Samira

 

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Ein Dinner geben – 10 Tipps für einen unvergesslichen Abend

Der perfekte Käse Wein Abend

Warum Gäste das Leben schöner machen

 

2 Comments

  • Reply Caro November 17, 2016 at 3:25 pm

    Mein Reden! Ich kann deine Reaktion bzw. Enttäuschung nach Besichtigung der Küche verstehen. Wenn es bei mir um einen schönen Abend mit Gästen geht, gebe ich meine letzten Taler. Billigkram zu servieren wäre mir super peinlich. Deine Devise, weniger ist oft mehr (Qualität), ist auch meine.

    • Reply Samira November 17, 2016 at 3:31 pm

      Hey Caro, danke für das Feedback! Schön zu hören, dass du deine Gäste auch so gerne mit gutem Essen verwöhnst!

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